Bargeldloses Zahlen








Was ist bargeldloses Zahlen?



Als bargeldloses Zahlen bezeichnet man Bezahlvorgänge, bei denen weder Münzen noch Geldscheine den Besitzer wechseln. Stattdessen zahlt man - so der kaufmännische Fachjargon - mit Buchgeld, also einer Forderung auf Bargeld. Einfach gesagt, bezahlt der Käufer mit dem Versprechen, dass der Verkäufer das in Zahlung genommene Buchgeld später und andernorts entweder bar ausgezahlt bekommt oder es in einer weiteren Buchgeld-Transaktion als Zahlungsmittel einsetzen kann.






Welche Arten des bargeldlosen Bezahlens gibt es?


Eine der ältesten Formen der bargeldlosen Zahlung ist der Scheck: Der Käufer stellt dem Verkäufer einen Scheck über die Kaufsumme aus und berechtigt ihn damit, sich diese Summe bei der angegebenen Bank in bar auszahlen bzw. auf sein Konto gutschreiben zu lassen.

Im privaten Zahlungsverkehr der Deutschen wird der Scheck jedoch kaum noch genutzt, viel verbreiteter ist die Zahlung mit der Debitkarte (umgangssprachlich: ec-Karte oder auch Girocard): Hier wird sowohl beim Geldabheben am Bankautomaten wie auch bei der Zahlung am ec Terminal im Geschäft das Konto des Kunden direkt belastet, d.h. die abgehobene bzw. bezahlte Summe wird innerhalb weniger Tage dort abgebucht. Ausgegeben werden Debitkarten von Banken und anderen Geldinstituten, die bei der Zahlungsabwicklung mit verschiedenen Anbietern kooperieren: electronic cash (Deutsche Kreditwirtschaft), Maestro (MasterCard International) und V Pay (Visa Inc.). Die beiden letztgenannten Anbieter gehören zudem mit American Express und Diners zu den vier größten Kreditkarten-Anbietern. Die Kreditkarte gewährt dem Kunden einen so genannten revolvierenden Kredit: Hier wird sein Konto nicht sofort, sondern erst am Ende des Monats belastet - er erhält also einen kurzfristigen Kredit. Wird dieser nicht am Monatsende beglichen, fallen Zinsen an. Die unkomplizierte Zahlung kleinerer Beträge ist mit der GeldKarte möglich. Ihr Chip speichert ein Guthaben, welches im Voraus aufgeladen wird. Häufig ist die GeldKarte als zusätzliche Funktionalität auf Debitkarten mit integriert. Obwohl es seit 1996 verfügbar ist, gewann das GeldKarten-System erst 2007 durch die Umstellung der Zigarettenautomaten von Münz- auf Kartenzahlung an Popularität und wird daneben vor allem für die Zahlung von Parkscheinen und Fahrkarten eingesetzt.

Parallel zur Zahlung mit ec cash im Geschäft gibt es noch weitere Formen der bargeldlosen Zahlung: Bei der Überweisung schickt der Zahlungspflichtige Buchgeld an den Zahlungsempfänger, indem er seine Bank anweist, diese Summe von seinem Konto abzubuchen und dem Empfänger-Konto gutzuschreiben. Befinden sich beide Konten bei verschiedenen Banken, wird dies im bankinternen Zahlungsverkehr verrechnet. Regelmäßig wiederkehrende Überweisungen werden als Dauerauftrag eingerichtet. Bei der Lastschrift dagegen wird das Buchgeld nicht vom Zahlungspflichtigen "verschickt" sondern vom Empfänger "abgerufen": Die Grundlage hierfür ist das Lastschrift-Mandat, d.h. die vom Zahlungspflichtigen erteilte Erlaubnis zur Abbuchung der festgelegten Summe von seinem Konto und deren Gutschrift auf dem Empfänger-Konto.





Wie funktioniert bargeldloses Zahlen mit der Karte?



Kartenzahlung mit Pin oder Überschrift


Um eine unberechtigte Nutzung von Debit- und Kreditkarten zu unterbinden - bspw. nach einem Diebstahl, ist die Authentifizierung des Kartenbesitzers nötig. Beim Elektronischen Lastschriftverfahren (ELV) erfolgt die Authentifizierung durch das Verkaufspersonal, das die Unterschrift des Kunden auf dem Zahlungsbeleg mit der Unterschrift auf der Karte vergleicht. Die ausgelesenen Kontodaten werden dann später gesammelt zur Abrechnung übermittelt.

Deutlich aufwendiger und sicherer sind das electronic cash-Verfahren (seit 2000/2001 auch als electronic cash Chip mit EMV-Chip) und das Maestro-Verfahren: Hier erfolgt die Authentifizierung mit einer Persönlichen Identifikationsnummer, kurz PIN. Im Geldautomaten bzw. an den ec-Terminals im Geschäft wird die Karte zunächst auf Zulässigkeit und Gültigkeit geprüft. Die dann vom Kunden eingegebene PIN wird verschlüsselt an ein Rechenzentrum übertragen und auf Korrektheit geprüft. Dort erfolgt auch Prüfung einer möglichen Konto-Sperrung sowie der Zulässigkeit des Zahlbetrages. Ist alles in Ordnung, wird die Zahlung bestätigt. Für die Kartenprüfung müssen die Händler eine Gebühr entrichten - dafür ist aber auch das Risiko von Zahlungsausfällen geringer.

Zusätzlichen Schutz vor Zahlungsausfällen bietet die Zwischenschaltung zusätzlicher, von Händler-Verbünden betriebener Sperrdateien.




Kontaktloses Zahlen mit NFC-Sticker


Bei der Zahlung über Nahfeldkommunikation (englisch: Near Field Communication, NFC) erfolgt der Datenaustausch nicht mehr über den herkömmlichen Kartenleseschlitz sondern kontaktlos, per Funktechnik:

Auf dieser Basis funktionieren nicht nur verschiedene "Touch & Travel" Systeme, sondern auch diverse neue Verfahren des bargeldlosen Zahlungsverkehrs: girogo (Girocard), Paypass (MasterCard), Visa payWave, Google Wallet, ApplePay etc. Die Karte bzw. das Smartphone wird dabei in 4cm Entfernung vor das Lesegerät gehalten, dann bestätigen ein optisches und akustisches Signal die erfolgreiche Zahlung. Sämtliche Anbieter ermöglichen bislang jedoch nur die Zahlung von Beträgen bis 20 Euro, da noch erhebliche Sicherheitsbedenken bestehen. In Asien erfreut sich das schnelle, unkomplizierte Verfahren dennoch bereits großer Beliebtheit. Auch die deutschen Sparkassen wollen ihre Kunden mit einer groß angelegten Kartentauschaktion bis Ende 2015 fit für den Einkauf per Funkchip machen!




Kontaktloses Zahlen mit RFID-Sticker


Ebenfalls berührungslos und per Funk läuft die Datenübertragung via RFID (englisch: radio-frequency identification, Radiofrequenz-Identifizierung). Das schon von MasterCard entwickelte Paypass-Verfahren kann diese Technik alternativ zum NFC nutzen. Auch hier bestehen aktuell jedoch noch ungelöste Sicherheitsbedenken.







Fakten zur Kartenzahlung in Deutschland

Wir haben einige Zahlen zur Kartenzahlung in Deutschland zusammengestellt:

  • Umsatz 2008-2012 Bargeldlose Zahlverfahren in Deutschland
  • Anteil der Zahlungsarten im Deutschen Einzelhandel 2011
  • Kartenzahlung nach Bonhöhe





Sicherheitsbedenken bei kontaktloser Technologie



Das größte Problem des kontaktlosen Zahlungsverkehrs ist, dass Karten nicht nur von den autorisierten Lesegeräten der Händler sondern auch von Unberechtigten ausgelesen können. Dafür braucht es lediglich ein frei verkäufliches und zudem preiswertes Lesegerät - oder ein entsprechend präpariertes Smartphone. Aus bis zu 10cm können Karten ausgelesen werden und auf diese Distanz kommt man an fremde Portemonnaies - ob in der Hosentasche oder der Handtasche getragen - problemlos heran. Wie einfach RFID-Karten auszuspionieren sind, zeigt das folgende Video.

Mit einer so ausgelesenen Kreditkartennummer lässt es sich auf vielen Internetseiten trefflich einkaufen, solange keine Prüfziffer erforderlich ist. Zudem ist bereits eine gravierende Sicherheitslücke bekannt geworden: So konnten Wissenschaftler die Begrenzung des maximalen Zahlungsbetrags aushebeln und enorme Fremdwährungsbeträge abzubuchen. Für kriminelle Hacker wäre das ein attraktives Einfallstor.







Haftung und Zahlgarantie beim bargeldlosen Bezahlen im Detail

Ein bedeutender Teil der Kosten für bargeldlose Zahlverfahren fällt für die Haftung/ Garantie der Ausschüttung an den Händler an.
Die Sicherstellung der Zahlung ist für viele Händler elementar. Doch diese Sicherheit gibt es nicht kostenfrei. Für große Handelsunternehmen sind die Kosten der Bargeldentsorgung i.d.R. ein guter Vergleich. Kleinere Händler betrachten diese häufig nicht - wobei sie natürlich auch hier anfallen.
Ganz allgemein existieren die folgenden Verfahren:


ec-cash/ girocard - PIN-Zahlung in Deutschland

  • Kosten 0,20% - 0,30% des Umsatzbetrages
  • Garantie durch die Deutsche Kreditwirtschaft (DK)
  • Berechnung an den Händler auf der monatlichen Abrechnung durch den Netzbetreiber (teilw. USt-frei)

Dies ist die in Deutschland verbreitetste Art des bargeldlosen Bezahlens. Der Kunde gibt während des Zahlverfahrens im ec-Terminal seine 4-stellige PIN ein. Diese wird geprüft und die Zahlung damit für den Händler garantiert und das Geld am Folgetag des Kassenschnitts dem Konto gutgeschrieben.
Von Beginn in 1989 bis zum 31.10.2014 waren die Konditionen hier einheitlich auf 0,30% / mind. 8 Cent festgelegt. Seitdem wurde auf Initiative des Bundeskartellamts ein kompliziertes und aufwändiges Verfahren eingeführt, bei dem theoretisch jeder Händler mit jeder Bank individuelle Konditionen verhandeln kann. In der Praxis haben sich Händlerkonzentratoren herausgebildet (i.d.R. die Technischen Netzbetreiber des girocard-Systems), die für Ihre Mitglieder jeweils mit den Bankenverbänden Konditionen ausgehandelt haben.

Manche Händlerkonzentratoren bieten sehr komplexe Preisstrukturen - bei denen der Händler für einen Kunden mit einer ec-Karte der Sparkasse mehr zahlt der einer Privatbank etc.. Manche Netzbetreiber erheben auch zusätzliche Abrechnungsentgelte. Rechnet man aber die Unterschiede bei den normalen Umsätzen eines einzelnen Ladengeschäfts, so bewegt sich die Differenz bei max. 1,-EUR Mehrkosten pro Monat zwischen dem günstigsten und teuersten Anbieter.
Das girocard-Verfahren an sich, die zugelassenen Geräte und Technischen Netzbetreiber sind von der DK (ehem. ZKA) stark reglementiert.



ELV (Elektronisches Lastschriftverfahren) ohne Zahlgarantie


  • keine Kosten
  • keine Garantie/ Risiko beim Händler
  • Kartenzahlungen in Deutschland müssen nicht zwingend mit Zahlgarantie sein

ELV ist nichts anderes, als ein Lastschrifteinzug vom Konto (Kontonummer und Bankleitzahl werden vom Magnetstreifen der ec-Karte gelesen) des Kunden. Durch seine Unterschrift autorisiert der Kunde die Abbuchung. Der Kunde kann dieser Lastschrift später widersprechen bzw. kann sie bei Unterdeckung es Kontos auch nicht eingelöst werden.

Das Risiko trägt alleine der Händler. Dieser kann über die sog PAN auf dem Beleg Konto und Bankleitzahl des Kunden herausfinden. Dabei hilft eine Liste auf der Webseite der Bundesbank Diese Bankleitzahlenliste enthält eine Auflistung aller Bankleitzahlen in Deutschland, die fünfstelligen Kurzbankleitzahlen bzw. Institutsnummern und die dazu gehörige PAN-Nummer.

    Die PAN-Nummer besteht aus 19 Ziffern:
  • 3 Ziffern als Länderkennzeichnung (bei Deutschen Karten 672)
  • 5 Ziffern als Kurzbankleitzahl bzw. Institutsnummer
  • 10 Ziffern für die Kontonummer des Karteninhabers
  • 1 Ziffer als Prüfziffer

Damit kann der Händler dann über seine Hausbank bei der Bank des Kunden versuchen Name und Adressdaten zu bekommen. Die Banken lehnen diese Anfragen häufig ab, so dass der Händler den Betrag theoretisch über den Rechtsweg einklagen müsste. Der Aufwand steht i.d.R. in keinem Verhältnis zum offenen Betrag. Sinnvoll ist das ELV-Verfahren dagegen für Händler, die ohnehin die Adressdaten Ihrer Kunden haben - z.B. Ärzte oder Firmen, die ohnehin parallel eine Rechnung mit Rechnungsemfänger schreiben.



GLV (Garantiertes Lastschriftverfahren)

  • Kosten 0,13 - 0,25% des Umsatzbetrages
  • Garantie durch gesonderten Vertragspartner (i.d.R. = Techn. Netzbtreiber)
  • Berechnung an den Händler auf der monatlichen Abrechnung (zzgl USt.)

Dies ist technisch erst einmal dasselbe wie das ELV-Verfahren. Zusätzlich prüft der Technische Netzbetreiber gegen eine (eigene, individuelle) Sperrliste. Das Risiko trägt hier der Garantiegeber. Diese Firmen sind auf das Inkasso der nicht-erfolgreichen Lastschriften spezialisiert und können so einen Teil doch wieder "eintreiben". Der Händler muss lediglich den vom Kunden unterzeichneten Beleg als Nachweis einsenden.



Kreditkartenzahlungen mit EMV


  • Kosten 0,9 - 4,5% des Umsatzbetrages
  • Garantie durch gesonderten Vertragspartner (sog. Acquirer)
  • sog. Disagio wird vor Auszahlung bereits abgezogen.

Die Kosten - das Disagio - beinhalten streng genommen nicht nur die Zahlgarantie sondern auch die Abwicklung im 4-Parteien System. Da die Kosten aber nicht zu trennen sind, wird hier das Disagio aufgeführt. Bei nicht-EMV-Zahlungen (d.h. bei denen die Information nicht vom Chip der Karte gelesen wird) gibt es eine Beweislastumkehr. Der Händler hat hier ein deutlich höheres Risiko und i.d.R. zusätzlich höhere Kosten/ Disagien.


Debitkartenzahlungen (internationale Karten) mit PIN


  • Kosten 0,5 - 1,0% des Umsatzbetrages
  • Garantie durch gesonderten Vertragspartner (sog. Acquirer)
  • Disagio wird vor Auszahlung bereits abgezogen.

Die Kosten - das Disagio - beinhalten streng genommen nicht nur die Zahlgarantie sondern auch die Abwicklung im 4-Parteien System. Da die Kosten aber nicht zu trennen sind, wird hier das Disagio aufgeführt.






Bargeldloses Zahlen im Jahr 2016 - Was kommt auf uns zu?


In Sachen bargeldloses Zahlen ist uns Skandinavien weit voraus: In Schweden führten bereits 2012 ein Viertel der Bankfilialen keine Bargeld-Transaktionen mehr durch und selbst Kleinstbeträge im Bus oder an der Würstchenbude werden bargeldlos gezahlt. Deutschland dagegen hält noch vergleichsweise hartnäckig am Bargeld fest, der von Sebastian Kirsch in der Wirtschaftswoche unterhaltsam festgehaltene Praxistest zeigt: Ohne Bargeld ist vieles, aber längst nicht alles möglich.

Doch auch bei uns haben sich die Umsätze mit Zahlungskarten in den letzten 10 Jahren verdoppelt: Durchschnittlich hat jeder Deutsche 1,6 Debitkarten im Portemonnaie stecken (2011 waren 130 Mio. Karten im Umlauf). Gleichzeitig bieten immer mehr Geschäfte selbstverständlich die Kartenzahlung als Service an - Ende 2013 waren im deutschlandweiten Handel schon über 700.000 POS-Terminals im Einsatz. Selbst in der oft als technisch rückständig geschmähten deutschen Behördenlandschaft gibt es zunehmend Bemühungen zur Etablierung bargeldloser Zahlungen: Die bayerische Verkehrspolizei beispielsweise möchte ertappte Verkehrssünder zukünftig direkt vor Ort per ec cash zur Kasse bitten.

Die stete Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen wird auch das kontaktlose bargeldlose Zahlen zunehmend populärer machen, denn die Vorteile liegen auf der Hand: Die Wartezeit der Kunden verringert sich und die Händler können in derselben Zeit mehr Kunden bedienen. Zudem spart der Handel die Kosten der Bargeld-Bearbeitung und senkt sein Überfallrisiko.




ApplePay


Das Versprechen von Apple ist bestrickend: Statt nach dem Portemonnaie mit Münzen, Geldscheinen oder Zahlungskarten zu suchen, sollen Kunden ganz einfach mit dem zahlen, was sie ohnehin stets bei sich tragen: mit ihrem iPhone (ab 2015 auch mit Apple Watch oder iPad). ApplePay ist seit dem Herbst 2014 in den USA verfügbar: Durch die Kooperation mit Visa, MasterCard und American Express sowie den größten amerikanischen Banken ist ApplePay nahezu universal einsetzbar und erreicht bereits beachtliche Umsätze. ApplePay erfordert zunächst die Hinterlegung der Kredit- oder Debitkarten-Daten in der bekannten Passbook App auf dem iPhone. Jeder Karte wird auf jedem Device eine einmalige Device Account Number zugewiesen. Hält der Kunde sein iPhone im Geschäft in die Nähe des Lesegeräts, überträgt die eingebaute NFC-Antenne die zugewiesene Device Account Number und einen transaktionsspezifischen Sicherheitscode an den Bank-Server. Der Händler selbst sieht die eigentlichen Kartendaten also nicht. Der Bank-Server ordnet die Device Account Number den hinterlegten Kreditkarten-Daten zu und gibt die Transaktion frei. Das iPhone schaltet nun automatisch auf den Touch ID Screen, wo der Nutzer den Kauf per Fingerabdruck bestätigt. Die Authentifizierung per Fingerabdruck erlaubt auch Einkäufe über 20 Euro und ist frei von Datenschutz-Bedenken, da die Fingerabdruck-Daten nur auf dem Handy selbst geprüft und nicht an externe Server übertragen werden. Auch Transaktionsdaten werden nicht auf externen Apple-Servern gespeichert, lediglich die letzten Zahlungsvorgänge sind in der Passbook App einsehbar. Wer sein iPhone verliert, kann es über die iCloud sperren.

Der große Kundenstamm begeisterter Apple-Nutzer, die überzeugenden Sicherheitsfeatures und die Nutzerfreundlichkeit überzeugten beim ersten Testlauf in den USA. Es ist also damit zu rechnen, dass das System auch bald in Deutschland erprobt wird.

Als Hürde für ApplePay könnte sich jedoch die im EU-Recht verankerte Gebührengrenze bei bargeldlosen Zahlungsvorgängen erweisen: Die bei 0,2 bzw. 0,3% festgesetzte Marge der Banken bei Debit- bzw. Kreditkartenzahlung würde durch die von Apple in den USA geforderten (und dort im Vergleich zu anderen Zahlsystemen sehr günstigen) 0,15% mehr als halbiert! Zudem sind in Deutschland sowohl iPhones wie auch Kreditkarten weniger verbreitet als in den USA.

Doch auch die Konkurrenz schläft nicht: Der Internet-Gigant Google baut schon fleißig am Google Wallet, der neuen und verbesserten Version des bislang wenig populären Google Checkout. Die Funktionalität ist weitgehend identisch, jedoch erfolgt die Authentifizierung nicht über den Fingerabdruck sondern durch PIN-Eingabe. Verträge mit großen Mobilfunkanbietern in den USA stellen sicher, dass die App zukünftig auf Android-Smartphones vorinstalliert wird. Doch auch Mobilfunkanbieter selbst wie Samsung und das Online-Bezahlsystem PayPal sind bestrebt, sich mit eigenen Bezahl-Apps auf dem lukrativen Markt des kontaktlosen bargeldlosen Zahlungsverkehrs zu etablieren.