Über die Bezahlsysteme der Zukunft diskutiert der Internationale Währungsfonds

Es geht um die Frage, ob Bargeld zukünftig an Bedeutung verliert. Bisher waren wir der Meinung, dass Amerikaner, Australier und Nordeuropäer mehrheitlich mit Karte bezahlen. Das ist richtig, doch auch in Afrika gehört das Bezahlen mit Karte bereits zum Alltag – jedenfalls in vielen afrikanischen Staaten. Dort wird üblicherweise nicht mit Karte, sondern mit Mobiltelefon bezahlt. Über das mobile Endgerät ist es möglich viele Transaktionen zu tätigen wie beispielsweise Geld zu leihen, beim Großhändler einkaufen und gleich bezahlen.

Die bargeldlose Zahlungsweise ist einerseits eine Herausforderung an Banken und Sparkassen sowie an die Mobilnetzanbieter, aber auch gleichzeitig an Bedrohung der Geldsysteme. Es gibt auch andere Meinungen und sogleich sind Crypto-Währungen im Gespräch. Diese Währung ist heute zwar noch Zukunftsmusik, doch sie würde es vereinfachen sein Vermögen selbst zu verwalten ohne Kosten. Damit würden Banken überflüssig werden.

Zahlsysteme brauchen die Unterstützung von Zentralbanken

Für die Zentralbanken bedeutet dies, sie müssen ihre Komfortzone verlassen und den neuen Bezahlsystemen nicht nur eine Chance geben, sondern diese auch unterstützen. Die Europäische Zentralbank passt sich dem aktuellen Trend an und führte ein neues Bezahlsystem auf digitaler Basis ein, das auch Überweisungen ins Ausland beschleunigen könnte.

Damit die neuen Bezahlsysteme auch risikolos funktionieren sind Gespräche mit Sicherheitsbehörden, Datenschutzbeauftragten und Monopolwächtern notwendig. Der International Währungsfonds führt in seiner Analyse aus, dass es für endgültige Schlussfolgerungen noch zu früh sei. Es müssen zuerst die Kosten sowie die Risiken geprüft werden. Außerdem muss man noch an den technischen Lösungen arbeiten. In Amerika wird hauptsächlich auf Kreditkarte gesetzt, in China auf die Social-Media-App und in Afrika auf den Mobilfunk. Auf was setzt Deutschland?