In Skandinavien sterben Geldscheine und Münzen langsam aus

Die Deutschen hängen am Bargeld; in Skandinavien sterben Geldscheine und Münzen langsam aus. Besonders in Norwegen bezahlt die Mehrzahl der Verbraucher mit Karte. Das liegt auch an der Netzabdeckung, die in Deutschland lange Zeit vernachlässigt wurde. In Norwegen ist dies anders; das Land verfügt über eine ausgesprochen leistungsfähige Netzabdeckung. Dies bewirkt, dass auch die Terminals günstiger sind, weil viel mehr Geräte verkauft werden.

Es wird den Deutschen nachgesagt, dass sie am Bargeld hängen, weil nur Bares für sie Sicherheit bedeutet. Viele Verbraucher glauben, mit der Kartenzahlung lassen sie andere in ihre privaten Bereiche eindringen. Im Gegenzug dazu lieben Deutsche ihre Kundenkarten, sammeln Punkte mit Payback und nutzen auch die Karten der Automobilklubs. Sie übersehen dabei etwas: Wenn sie den Einkauf mit Karte bezahlen kennt die Bank oder Kartengesellschaft nur den Betrag und das Geschäft, das vom Kunden Geld fordert. Bei Payback und Co ist das anders, da werden alle Teile eines Einkaufs dokumentiert, meist zum Zweck der Werbung.

Norweger nutzen selten Bargeld

In Norwegen weiß jeder, wann er zuletzt mit Bargeld bezahlt hat, denn Barzahlung hat dort Seltenheitswert. Selbst für einen Kaffee zücken die Norwegen ihre Karte; für Händler ist es bereits exotisch wenn Kunden bar bezahlen. Jedes auch noch kleine Geschäft und selbst auf dem Wochenmarkt hat jeder Stand sein Terminal. Bezahlt ein Kunde bar wissen die Händler sofort: Das ist kein Norwegen, es ist ein Ausländer. Nur noch etwa 11 % der Einkäufe wird in Norwegen bar bezahlt.

Nicht nur in Norwegen lassen sich öffentliche Toiletten nur noch mit Karte öffnen, auch in Schweden und Dänemark befindet sich Bargeld auf den Rückzug.