Wenige BĂ€ckereien bieten in Deutschland Kartenzahlung an

Die Sonntagsbrötchen mit Karte zu bezahlen – in Deutschland ist das noch Zukunftsmusik. Wirklich? Die Schwaben machen es dem Rest der Republik vor! In Stuttgart-Bad Cannstatt ist auch beim BĂ€cker die bargeldlose Bezahlung möglich und dass bereits seit drei Jahren. Allerdings nehmen die Filialen der BĂ€ckereikette nur Girocard an; bis jetzt jedenfalls.

Doch das ist ein Anfang, dem man Beachtung schenken muss! Es ist zwar nur ein Test, der bereits ĂŒber Stuttgart-Bad Cannstatt hinausgeht; doch bald könnte aus dem Test RealitĂ€t werden. Andere BĂ€ckereien im Raum Stuttgart wollen nachziehen; die Kunden sind hier guter Hoffnung, dass dies bald geschieht.

Deutschland hÀngt hinterher

Was in vielen anderen LĂ€ndern bereits zum Alltag gehört ist in Deutschland immer noch Neuland. Sicher – besonders junge Menschen bezahlen lieber mit Karte als mit Bargeld. Dennoch hat Bargeld in Deutschland immer noch einen sehr hohen Stellenwert, insbesondere dann, wenn die BetrĂ€ge gering sind.

Die BĂ€ckereien, die auch bargeldloses Bezahlen einfĂŒhren sind zufrieden. Sie brauchen weniger Wechselgeld, es gibt keine Unstimmigkeiten beim Wechselgeld an der Kasse und auch das lĂ€stige ZĂ€hlen der Einnahmen sowie der Weg zur Bank fallen weg. Bargeldlos bezahlen hat Vorteile fĂŒr Unternehmer und Verbraucher; Letztere sollte diese lediglich mehr zu schĂ€tzen wissen.

In Stuttgart und im nahen Umfeld der Landeshauptstadt von Baden-WĂŒrttemberg gibt es bereits mehrere GeschĂ€fte, die Girocard akzeptieren. Doch es ist noch ein langer Weg, bis auch die letzten GeschĂ€fte dem Trend folgen und alle LĂ€den nicht nur Girocard, sondern auch reine Kreditkarten akzeptieren. Die jungen und jung gebliebenen Menschen aus Stuttgart, die ihre EinkĂ€ufe lieber mit Karte bezahlen hoffen, dass der Weg nicht zu lange dauert.

Hohe Kosten durch Bargeld

Bargeld verursacht hohe Kosten; ein Grund, warum vielen Notenbanken Geldscheine und MĂŒnzen ein Dorn im Auge sind. Auch wenn Deutschland in der Vergangenheit das Land der Dichter und Erfinder war; in der digitalen Technik hinken wir anderen LĂ€ndern hinterher. Doch auch in Deutschland gewinnt das Bezahlen mit Karte immer mehr Beachtung, insbesondere bei jungen und jung gebliebenen Menschen. Doch fĂŒr viele Deutsche ist nur Bargeld echtes Geld!

In den Jahren zwischen 2013 und 2017 entstand die Analyse „IG Index“, welche die verschiedenen Zahlungsweisen untersuchte. Nach dieser Analyse legten die E-Payment-Zahlungen in Deutschland um 700 % zu. Das ist beachtlich fĂŒr ein Land, das sich ein Leben ohne Geldscheine und MĂŒnzen nicht vorstellen kann.

Andere LĂ€nder sind Deutschland weit voraus in punkto Kartenzahlung

Allerdings ist es nicht Deutschland, das Land, was bei Kartenzahlungen im EU-Vergleich an erster Stelle steht. Es ist Großbritannien, dicht gefolgt von Frankreich. Deutschland liegt auf einem guten dritten Platz vor den Niederlanden und Spanien.

Schecks sind seit einigen Jahren kaum noch in Deutschland zu sehen; so der erste Gedanken. Dennoch werden allein in Deutschland per Scheck immer noch mehr als 31 Millionen Transaktionen getÀtigt. Auch in Europa sind Schecks mehr oder weniger ein Auslaufmodell.

Die Welt des Bezahlens verĂ€ndert sich; erst mit Schecks, dann EC-Karte, die heute Girocard heißt und Kreditkarten. Bezahldienste wie Apple und Google sind die Antreiber, welche nicht nur die Entwicklung der digitalen Zahlungsweise steuern und vorantreiben, sondern auch die Gewohnheiten der Menschen beeinflussen.

LĂ€nder wie Schweden und DĂ€nemark haben sich dem Trend zur digitalen Zahlungsweise angepasst; nur in Deutschland ist der Widerstand noch recht beachtlich!

Über die Bezahlsysteme der Zukunft diskutiert der Internationale WĂ€hrungsfonds

Es geht um die Frage, ob Bargeld zukĂŒnftig an Bedeutung verliert. Bisher waren wir der Meinung, dass Amerikaner, Australier und NordeuropĂ€er mehrheitlich mit Karte bezahlen. Das ist richtig, doch auch in Afrika gehört das Bezahlen mit Karte bereits zum Alltag – jedenfalls in vielen afrikanischen Staaten. Dort wird ĂŒblicherweise nicht mit Karte, sondern mit Mobiltelefon bezahlt. Über das mobile EndgerĂ€t ist es möglich viele Transaktionen zu tĂ€tigen wie beispielsweise Geld zu leihen, beim GroßhĂ€ndler einkaufen und gleich bezahlen.

Die bargeldlose Zahlungsweise ist einerseits eine Herausforderung an Banken und Sparkassen sowie an die Mobilnetzanbieter, aber auch gleichzeitig an Bedrohung der Geldsysteme. Es gibt auch andere Meinungen und sogleich sind Crypto-WĂ€hrungen im GesprĂ€ch. Diese WĂ€hrung ist heute zwar noch Zukunftsmusik, doch sie wĂŒrde es vereinfachen sein Vermögen selbst zu verwalten ohne Kosten. Damit wĂŒrden Banken ĂŒberflĂŒssig werden.

Zahlsysteme brauchen die UnterstĂŒtzung von Zentralbanken

FĂŒr die Zentralbanken bedeutet dies, sie mĂŒssen ihre Komfortzone verlassen und den neuen Bezahlsystemen nicht nur eine Chance geben, sondern diese auch unterstĂŒtzen. Die EuropĂ€ische Zentralbank passt sich dem aktuellen Trend an und fĂŒhrte ein neues Bezahlsystem auf digitaler Basis ein, das auch Überweisungen ins Ausland beschleunigen könnte.

Damit die neuen Bezahlsysteme auch risikolos funktionieren sind GesprĂ€che mit Sicherheitsbehörden, Datenschutzbeauftragten und MonopolwĂ€chtern notwendig. Der International WĂ€hrungsfonds fĂŒhrt in seiner Analyse aus, dass es fĂŒr endgĂŒltige Schlussfolgerungen noch zu frĂŒh sei. Es mĂŒssen zuerst die Kosten sowie die Risiken geprĂŒft werden. Außerdem muss man noch an den technischen Lösungen arbeiten. In Amerika wird hauptsĂ€chlich auf Kreditkarte gesetzt, in China auf die Social-Media-App und in Afrika auf den Mobilfunk. Auf was setzt Deutschland?