Was in Schweden seit mehr als sechs Jahren möglich ist, soll jetzt auch in Deutschland möglich sein und werden

Nachdem in den meisten lokalen GeschĂ€ften die Zahlung mit Giro- und Kreditkarte machbar ist, soll nun auch der kirchliche Klingelbeutel die bargeldlose Zahlung akzeptieren. Ein Beispiel sollten sich die Kirchen nicht nur an Schweden nehmen, sondern auch an der Church of England, die seit MĂ€rz diesen Jahres Spenden akzeptiert, die ĂŒber Mobile Payments erfolgen. Frankreich experimentiert noch und in Deutschland soll die bargeldlose Bezahlung von Spenden wahr werden.

Vorreiter ist die evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, die ein hochmodernes Payment-GerĂ€t den KirchgĂ€ngern zur VerfĂŒgung stellt, damit sie die Kollekte mit Karte bezahlen können. Interessant ist, dass dieses Terminal nicht nur Girocard, sondern auch reine Kreditkarten akzeptiert.

Terminals gibt es auch in der Kirche

Und weil wir Deutschen so an unserem Bargeld hÀngen wird auch weiterhin der Klingelbeutel durch die Bankreihen gereicht werden, damit jeder seinen Obolus entrichten kann.

Die Terminals in der Kirche sind ganz normale Terminals, allerdings akzeptieren sie nur einen maximalen Betrag von 25 Euro. Damit fÀllt die Eingabe der PIN weg. Will der KirchgÀnger mehr spenden muss er seine PIN eingeben oder die Spende mit seiner Unterschrift bestÀtigen und nimmt bei Letzterem am Lastschriftverfahren teil.

Kirchen akzeptieren bargeldlose Spenden, weil die Banken fĂŒr Bareinzahlungen GebĂŒhren verlangen. Besonders auf dem Land, wo die Banken kaum noch Zweigstellen haben, mĂŒssen fĂŒr die Bareinzahlung aufs Konto lange Wege in Kauf genommen werden.

Im Dezember dieses Jahres testen die evangelischen Kirchen die Akzeptanz der bargeldlosen Spendenzahlung. Eine Kirche macht den Anfang – welche Kirche folgt?

Zusatzentgelte

Per Gesetz ist es seit dem 13. Januar 2018 HĂ€ndlern untersagt fĂŒr die Zahlung mit Giro- und Kreditkarte Zusatzentgelte zu verlangen. Die meisten Unternehmen halten sich daran – doch es gibt Ausnahmen. Bei der Wettbewerbszentrale können Verbraucher die HĂ€ndler melden, die AufschlĂ€ge fĂŒr die bargeldlose Bezahlung der Waren berechnet haben. Seit Januar 2018 beschwerten sich dort mehr als 200 Verbraucher. Die Zahlungsentgelt-Beschwerdestelle wurde mit inkraft treten des Gesetzes neu eingerichtet.

Dabei geht es nicht nur um eine Branche – betroffen seien, so die Information der Zentrale zur BekĂ€mpfung des unlauteren Wettbewerbs, fast alle Branchen. Nach dem Willen des Gesetzgebers dĂŒrfen keine zusĂ€tzlichen Entgelte fĂŒr die Zahlung per Überweisung, Kreditkarte und SEPA-Lastschriftverfahren erhoben werden.

Per Gesetz bestimmt

Mit diesem Gesetz wird das Monopol der Banken gebrochen. Bis 12. Januar 2018 hatten Banken das Monopol fĂŒr den Zugriff auf die Kontendaten ihrer Kunden. Payment Service Directive bricht dieses Monopol. In Zukunft mĂŒssen Banken, so der Wille der EU, auch Drittanbietern ermöglichen, auf Daten und Konten ihrer Kunden zugreifen zu können. Damit soll der Wettbewerb belebt werden; doch langfristig kann diese Regelung mit Banken in BedrĂ€ngnis bringen. Unter Druck geraten, so die herkömmliche Meinung, die klassischen Banken.

Verbraucher mĂŒssen nicht befĂŒrchten zum glĂ€sernen Kunden zu werden. Auch dĂŒrfen Unternehmen nicht unkontrolliert auf die Daten der Kunden zugreifen. Die Kunden mĂŒssen den Unternehmen ausdrĂŒcklich den Zugriff erlauben; die Unternehmen dĂŒrfen nur fĂŒr den genehmigten Zweck auf die Daten bei der Hausbank nachfragten. Verboten hat die EU ausdrĂŒcklich das gesteuerte Auslesen von Daten der Girokonten. Das Girokonto gibt ĂŒblicherweise Auskunft darĂŒber, welche Gewohnheiten der Konteninhaber hat, wie er zahlt und wo er bestellt.

 

Mobile Payment

Mit dem Mobile Payment haben sich die Deutschen noch nicht anfreunden können. WÀhrend in den USA diese Zahlungsmöglichkeit mehr als 60,1 Millionen Verbraucher nutzen sind es in unserem Land gerade mal 2,2 Millionen. Es ist eben immer noch so, dass wir Deutschen an unserem Bargeld hÀngen. Eine Umfrage von MarktwÀchter Finanzen ergab, dass fast alle Teilnehmer noch nie mit dem Smartphone bezahlt haben.

Selbst die Verbraucher, die mit dem Smartphone bezahlen, bleiben dabei doch eher zurĂŒckhaltend. Der durchschnittliche Betrag bei der Bezahlung mit dem Smartphone belĂ€uft sich in Deutschland auf 80 Euro. In den USA sind es pro Nutzer 1.838 Euro, in Großbritannien 1.683 Euro je Nutzer.

Google Pay am deutschen Markt

Mit Google Pay wagt sich Google auf den deutschen Markt und will die Deutschen dazu bringen mit dem Smartphone zu bezahlen. Große SupermĂ€rkte wie Lidl SĂŒd, Media Markt und Adidas wollen den Start mitmachen.

FĂŒr Google wird es schwer die Deutschen zum Bezahlung mit dem Smartphone zu bringen. FĂŒr viele Nutzer ist das Smartphone ein besseres Telefon, auf dem man auch Nachrichten senden und empfangen kann. Die deutsche Jugend ist das schon aktiver auf dem Smartphone tĂ€tig. Die Frage, die sich stellt, lautet: Hat Google Pay mehr Chancen als Apple Pay?

Das bleibt abzuwarten, denn nach wie vor hĂ€ngen die Deutschen an ihrem Bargeld. Bis heute bezahlen die meisten Menschen im Supermarkt ihren Einkauf bar und zĂ€hlen langsam, aber hartnĂ€ckig ihre Cent- und Euro-GeldstĂŒcke der Kassiererin vor. Sicher, es gibt auch viele Menschen die mit Giro- oder Kreditkarte bezahlen, doch die man nicht richtig an der Kasse, denn sie haben ihren Einkauf schnell abgeschlossen.