Giro- oder Kreditkarte?

Das Shoppen in Onlineshops macht Spaß, denn diese sind durchgehend geöffnet, kennen kein Wochenende und keine Feiertage. Bezahlt wird in der Regel mit Giro- oder Kreditkarte. Anders sieht es bei lokalen GeschĂ€ften aus. Wenn es ums Einkaufen geht, kaufen die Deutschen ĂŒblicherweise in lokalen GeschĂ€ften ein und bezahlen grĂ¶ĂŸtenteils mit Bargeld. WĂ€hrend in DĂ€nemark bereits seit diesem Jahr keine Geldnoten mehr gedruckt werden, ist das in Deutschland völlig anders. Nur ein kleiner Teil glaubt daran, dass es in den nĂ€chsten zwanzig nur noch die bargeldlose Zahlung geben wird. FĂŒr Deutschland ist das, was in Schweden und DĂ€nemark bereits alltĂ€glich ist, Utopie. Auch bezahlen immer noch, so YouGov fast 90 Prozent der Deutschen ihren Einkauf mit Bargeld. Auch nutzen etwa 85 Prozent der Befragten mindestens einmal in der Woche Bargeld.

In Deutschland sind die Menschen immer noch unsicher in Bezug auf Kartenzahlung. Es ist oft auch die Angst um die Sicherheit, aber auch Angst vor dem Unbekannten. Etwa dreiviertel der Befragten sind der Meinung, dass sie durch bargeldlose Zahlung das Risiko erhöhen, einem Betrug zum Opfer zu fallen.

Bezahlung

Bei der Kartenzahlung steckt Deutschland noch in den Kinderschuhen, von der Bezahlung durch Smartphone ganz zu Schweigen. Es gibt nur ganz wenige Menschen, die dieses System nutzen, obwohl es als sicher gilt. Wie YouGov herausfand nutzen es mÀnnliche Personen im Alter zwischen 18 und 24 Jahren, die in Vollzeit arbeiten und Single sind.

Es ist schon seltsam, dass sich die Kartenzahlung in Deutschland nur langsam etabliert, obwohl es heute sicherer ist, wenig Bargeld in der Tasche zu haben.

Im Supermarkt mit der Karte bezahlen

Jeder, der an der Kasse eines Supermarktes steht, kennt diese Situation. Die Schlange vor ihm ist lang und die nach ihm wird immer lÀnger. Grund ist eine Kundin, die in ihrer Geldbörse nach Kleingeld sucht. Man kann diesen Satz erweitern nach Grimms MÀrchen: und wenn sie nicht gestorben ist, dann sucht sie munter weiter.

Es ist zum Verzweifeln, denn die nĂ€chste, ĂŒbernĂ€chte und die Bahn danach sind schon lange weg und die Kundin oder der Kunde zĂ€hlt fleißig das Kleingeld. Erst zĂ€hlt die Kundin, dann die Kassiererin; es dauert eine gefĂŒhlte Ewigkeit, bis die Kundin dann langsam und ganz entspannt ihre Waren in den Wagen oder in ihre Tasche packt und die Kasse endlich frei wird. Dies ist nicht das einzige Ärgernis an der Kasse, es gibt noch weitere. Über diese wollen wir hier und heute kurz berichten.

Sammelkarten

Viele SupermĂ€rkte geben Sammelkarten aus, Kunden sammeln Punkte und schon geht die Hektik los. Der Kunde oder die Kundin hĂ€lt alle ihre Sammelkarte hin, die – oh Verzweiflung – ĂŒber mehrere Strichcodes verfĂŒgen. Hat die Kassiererin dies alles geschafft, bezahlt die Person bar und sucht behĂ€big und sehr sorgfĂ€ltig nach den kleinsten MĂŒnzen, die sich in ihrer Geldbörse befinden.

Auch die Kunden, die ausschließlich mit Geldnoten bezahlen, halten den „Verkehr“ auf. Die Kassiererin muss das RĂŒckgeld herausgeben, das der Kunde sehr sorgfĂ€ltig nachzĂ€hlt. Solange ist die Kasse besetzt, doch nicht so lange, wie bei den beiden ersten Kunden beschrieben.

Kommen wir jetzt zu den Kunden, die nicht nur ihre Waren schnell wieder im Einkaufswagen haben, sondern auch schnell bezahlen. Das sind diejenigen, die mit Karte zahlen, ihre PIN eingeben und fertig sind.

Die sogenannten Newcomer treiben die Zahlung mit Karte oder Smartphone voran

Die Banken tun das nicht! In Deutschland steckt die Zahlung mit Karte oder mit Smartphone immer noch in den Kinderschuhen. FĂŒr viele Deutsche ist Bargeld immer noch das wichtigste, obwohl das MitfĂŒhren großer BargeldbetrĂ€ge heute ein großes Risiko darstellt. Taschendiebe sind unterwegs, vermehrt in der Vorweihnachtszeit. Die AufklĂ€rungsrate ist gleich Null, obwohl sich die Polizei die grĂ¶ĂŸte MĂŒhe gibt, die TĂ€ter zu fassen.

WÀhrend die Schweden bis zum 2030 bargeldlos sein wollen, stellten die DÀnen bereits seit 2017 den Druck von Banknoten ein. Selbst Obdachlose sind in Schweden bereits heute mit KartenlesegerÀten ausgestattet. Damit können sie Spenden bargeldlos entgegennehmen; der Spender bezahlt seinen Obolus mit der Karte.

Smartphone in Schweden

In Deutschland sind wir von diesen modernen Maßnahmen noch sehr weit entfernt. Ganz zu schweigen vom Bezahlen via Smartphone. Die sogenannte App Swish nutzt bereits ein Drittel der Schweden. Deutsche Touristen werden in Schweden und DĂ€nemark daran erkannt, dass sie mit Bargeld Kaffee, Hot Dog oder Hamburger bezahlen. Allerdings gibt es auch eine andere Seite, die es fĂŒr HĂ€ndler schwer macht, ĂŒberhaupt noch Bargeld anzunehmen.

WĂ€hrend man in Deutschland an den meisten Bankautomaten auch Einzahlungen vornehmen kann, ist dies in Schweden nicht möglich. Sie mĂŒssen sich einem Deklarations-Prozess unterziehen, der sehr mĂŒhsam ist. Ein weiterer Nachteil ist, dass in Schweden nur noch die HĂ€lfte der Banken Bargeld annimmt oder fĂŒr die Annahme von Bargeld hohe GebĂŒhren verlangen.

Fakt ist: Deutschland kann von Schweden lernen sowie im Positiven als auch im Negativen. Es gibt immer zwei Seiten, doch die Kartenzahlung hat mehr Vor- als Nachteile.